Heimatforschernetz
Sachsen-Anhalt

Digitale Ortschroniken

Nur wenige Ortschroniken und heimatgeschichtliche Darstellungen erscheinen tatsächlich in einem Verlag und erreichen die öffentlichen Bibliotheken. Viele dieser wertvollen Werke werden als Privatdrucke mit geringer Auflage verbreitet. Ältere Chroniken existieren oftmals sogar nur als Einzelexemplar und befinden sich häufig in Privatbesitz. Gerade diese Werke sind gefährdet, wenn etwa Nachfahren ihren Wert nicht erkennen. Ferner stehen sie auch der Geschichtsforschung nicht zur Verfügung.

Der Landesheimatbund und das historische Datenzentrum Sachsen-Anhalt haben sich zum Ziel gesetzt, in den nächsten Jahren möglichst viele Chroniken auf dem Gebiet Sachsen-Anhalts zu identifizieren, zu digitalisieren und nach Möglichkeit öffentlich zugänglich zu machen. Eine erste Chronik finden Sie hier beschrieben und auf einem Datenrepositorium hinterlegt.

Ortschronik 1Karl August Dettmer: Chronik der Schule Demker 1877 bis 1945, Halle/Saale 2021, DOI: https://doi.org/10.5281/zenodo.4683062.

Die Schulchronik des Ortes Demker wurde zwischen 1877 und 1945 von verschiedenen Lehrern des Ortes geführt. Begründet wurde die Schrift von Karl August Dettmer, der aufgrund von Bestimmungen des Königlich Preußischen Ministeriums für Unterrichts- und Medizinal-Angelegenheiten die Chronik mit einer allgemeinen Beschreibung der Schulgemeinde, des Patronats, der Lehrer und der Schulinspektion begann. In einem zweiten Teil berichtete er auch über den eigentlichen Schulunterricht und Schulbesuch sowie Modalitäten von Schüleraufnahmen, Versetzungen und Entlassungen genauer. Schließlich beschäftigten ihn Aspekte des Schulgebäudes und der Finanzierung von Unterricht und Lehrern. In diesem Sinne setzten weitere Lehrer (Friedrich Gustav Pilz, Heinrich Friedrich Ernst Gose, Ernst Bierotte) nach seinem Weggang 1882 die Schulchronik fort. Dabei wurden die eigentlichen Schulangelegenheiten immer wieder auch Anlass zum Bericht über allgemeine Geschehnisse im Ort. Zentral war etwa die Schilderung der Kriegsopfer des Ersten und Zweiten Weltkrieges. Daneben spielen kulturelle Aspekte (Gesangsfeste, Turnbewegung), weitere Krisenerscheinungen (Großbrand, Kälteeinbruch zur Obstblüte) und kulturelle Veranstaltungen eine Rolle.

Wir freuen uns auf Ihre Mitwirkung

Verfügen Sie über Ortschroniken oder andere heimatgeschichtliche Werke und Materialsammlungen, die der digitalen Langzeitarchivierung zugeführt und/oder digital veröffentlicht werden sollten, um sie auf diese Weise für das kulturelle Gedächtnis des Landes zu erhalten? Dann sind Sie herzlich eingeladen, sich an unserem Vorhaben zu beteiligen! Sowohl alte Chroniken als auch Ihre eigenen Arbeiten sind willkommen. Wir beraten Sie bei der Aufbereitung der Chronik für die Digitalisierung und bei rechtlichen Fragen.